Immer daran denken:

Eingabe und Speicherung von Sonderzeichen müssen Teil der Standardtests sein. Offenbar hat man das auch beim neuen Personalausweis vergessen. Hoffentlich haben sie daran gedacht, die wirklich wichtigen Dinge zu testen.

Der Name kam mir doch bekannt vor

Und ja, natürlich. Der war das. Vielleicht hätte er das besser nicht gesagt. Jetzt darf er seinen Nachfolger einarbeiten.

TV 2.0 (Update)

Das Thema hatte ich ja schon einmal auf dem Schirm, aber jetzt nimmt es langsam Fahrt auf. Nach SONY haben nun auch Samsung, Toshiba und Vizio Fernseher mit Android angekündigt. Die Geräte sollen wohl im Januar auf der CES vorgestellt werden.

Ich hoffe, dass man die Software zügig und regelmäßig aktualisiert. Das, was ich bislang gesehen hat, hatte deutlichen Nachholbedarf gegenüber Android 2.2 und machte eher den Eindruck einer Version 1.6. Aber gut, wenn die Plattform erst einmal steht und der Markt da ist, werden wohl auch Updates kommen. Schön wäre es auch, wenn die Gerätehersteller das Betriebssystem nicht modifizieren würden, wie es bei Handys der Fall ist, denn das erschwert (oder verhindert) die Installation generischer Updates.

Microsoft, Silverlight und HTML5

Es ist grob ein Jahr her, dass Microsoft seine Suchmaschine Bing inklusive schön anzusehender Features z.B. in Bing Maps vorstellte. Diese vorgestellten Features basierten zum Teil auf Silverlight und so mancher zuckte schon zusammen: Microsoft platziert eine weitere proprietäre Technik neben Flash, anstatt sich in Richtung HTML5 zu orientieren und damit den künftigen offenen Standard zu stärken.

Auf der aktuellen Professional Developers Conference zeichnet Microsoft nun ein anderes Bild. Zu Silverlight gibt es keine Sessions und in der Keynote wird über HTML5 geredet und Silverlight nur einmal erwähnt. Von ZDNet darauf angesprochen, verrät Bob Muglia, der bei MS Verantwortliche:

Silverlight is our development platform for Windows Phone … our strategy has shifted …

Silverlight will continue to be a cross-platform solution, working on a variety of operating system/browser platforms. But HTML is the only true cross platform solution for everything, including (Apple’s) iOS platform.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Silverlight ist die Entwicklungsplattform für Windows Mobile 7. Gleichzeitig hat man erkannt, dass eigentlich nur HTML(5) überall funktioniert. Eine erfreuliche Erkenntnis, die wohl ein wenig spät kommt und außerdem dem neuen Windows Mobile ein gutes Stück Boden unter den Füßen wegzieht.

Es bleibt zu hoffen, dass HTML5 irgendwann von allen Mobilplattformen gut und einheitlich unterstützt wird. Es könnte der einzige wirklich gut geebnete Weg zur Cross-Plattform-Entwicklung werden.

Eine zündende Idee

Nur eine kurze Randbemerkung. Endlich führt jemand die gute alte Glühlampe ihrer eigentlichen Verwendung zu: Dem Heizen. Unter diesen Voraussetzungen hat sie  einen Wirkungsgrad von 95%.

Die liebe Verwandtschaft: SGML, XML, HTML, XHTML und HTML5

Die HTML5-Empfehlung nähert sich mehr und mehr der Fertigstellung, was für mich Grund ist — Lust und Zeit vorausgesetzt — in loser Folge auf einige Aspekte des Drafts einzugehen. Für einige Verwirrung sorgt die Schleudertour der letzten Jahre, in denen XHTML1.0, 1.1 und 2.0 irgendwie als Nachfolger von HTML 4.01 durchzugehen schienen. Erst eine Übersetzung von HTML in ordentliches XML (endlich!) und dann diverse Erweiterungen des Entstandenen. Das klang logisch.

Damit wurden aber nicht alle glücklich: Vor allem Mozilla, Opera und später Apple präferierten einen Weg, der unter anderem stärker auf Abwärtskompatibilität setzte und man koppelte sich von der W3C-Arbeitsgruppe als WHATWG ab. Später vereinten sich die beiden Entwicklungszweige wieder unter dem Dach des W3C und es entstand HTML5 quasi als Hülle um beide Zweige. HTML5 enthält HTML5 (wie soll ich das meinen Kindern erklären?) als Weiterentwicklung von HTML sowie XHTML5 als Nachfolger von XHTML2.0.

Je nach verwendetem Mimetype (text/html oder application/xhtml+xml) wird die eine oder die andere Sprache erwartet — ja, man muss hier Sprache sagen, denn es handelt sich bedauerlicherweise nicht nur um syntaktische Unterschiede, sondern um Unterschiede in Art und Umfang der Features. Dazu später mehr.

Gartner wagt Vorhersage des Mobilfunkmarkts

Kaum ein Markt ist derzeit so dynamisch wie der der Mobilfunk-Plattformen. Man könnte den Eindruck haben, dass Gartner den Start von Windows Mobile zum Anlass nimmt, um dieses Mal eine Vorhersage für die kommenden vier Jahre zu versuchen. Die Zahlen findet man hier. Ich habe mich wieder an der Google Chart API versucht und visualisiert sehen die Daten so aus:

Erstaunlich ist erst einmal, dass offenbar jedes Jahr mehr Handys verkauft werden — heute ebenso wie zukünftig. Darüber hinaus bemerkenswert finde ich allerdings, dass man Symbian eine relativ goldene Zukunft zutraut. Hier bin ich ganz anderer Meinung: Das wichtigste Wachstum bezieht der Mobilfunkmarkt derzeit aus Smartphones und gerade hier ist es absehbar, dass Symbian von MeeGo oder Android abgelöst werden wird.

Oder es kommt ganz anders: Man kann nicht behaupten, dass Nokia im Moment in ruhigem Fahrwasser unterwegs ist. Nachdem nun auf dem CEO-Posten ein ehemaliger Microsoft-Manager sitzt, hat sich der Kronprinz, der gleichzeitig MeeGo-Manager war, verabschiedet. Für beide Unternehmen könnte eine enge Partnerschaft sinnvoll sein. Nokia braucht einen starken Partner, der vielleicht das Zeug hat, iOS und Android die Hand zu reichen und Microsoft hätte ein im Mobilfunk etabliertes Unternehmen, das Windows Mobile in die Läden trägt.

Ja, darauf würde ich mein altes 8200 setzen, wenn es denn nicht nach Ablauf der Garantie in seine Einzelteile zerfallen wäre.

Update: Der MeeGo-Mann heuert bei Palm an, um dort WebOS voranzutreiben. Mit frischem Geld von HP könnte sich da noch etwas bewegen.

HTML5: “Feature-complete” ab Mitte 2011

Philippe Le Hegaret vom W3C sah sich nun offenbar gezwungen, in einem Infoworld-Interview klarzustellen, dass HTML5 noch nicht produktiv einsetzbar ist — was niemanden wundern dürfte, da es noch mitten in der Standardisierung steckt. Alle Features werden demnach erst Mitte 2011 fest definiert sein. Danach folgt noch die eigentliche Detailarbeit.

Trotzdem ist es klug, öffentlich noch einmal auf die Situation aufmerksam zu machen, denn eine breite Nutzung eines unfertigen Standards hat das Potenzial, eben diesen in seinem Ansehen und seiner Verbreitung schwer zu beschädigen.

Hinzu kommt, dass die Browser erhebliche Unterschiede in Qualität, Umfang und Performance der HTML5-Implementierung aufweisen. Einige teils sehr schöne Demos gibt es dennoch, z.B. hier bzw. ganze Sammlungen hier oder hier.

TV 2.0

So langsam schieße ich mich ein: Es muss wieder Google herhalten. Ich würde gerne ja auch mal von anderen Innovatoren auf dem Massenmarkt berichten, aber entweder beschäftigen diese sich derzeit mit längst überfälligen Arbeiten, entwickeln vor sich hin, um irgendwann eine neue Browserversion herauszubringen, die außer, dass sie ein Quäntchen besser als die Vorgängerversion ist, nichts Neues bringt oder sie arbeiten im stillen Kämmerlein am möglichen Konkurrenzprodukt zum hier Vorgestellten.

Wer weiß.

Spätestens nachdem Metabox Ende der 90er Jahre damit anfing, ist sie ein Thema: Die Integration von TV und Internet in ein wohnzimmertaugliches Gerät. Viele hoffen seitdem auf Nerds, die wieder das Wohnzimmer betreten und auf Großeltern, die dank TV-Gerät nun auch ins Internet gehen. Nicht zuletzt für die Medien könnten sich damit neue Geschäftsfelder auftun.

Nun kommt wieder einmal Schwung in dieses Thema: Google TV mausert sich und jetzt ist recht scharf erkennbar, was es ist: Basis ist Android, das im TV-Gerät oder in einer SetTop-Box läuft. Dazu gibt es ein passendes User Interface, Streaming-, Recording- und Video-on-Demand-Apps für verschiedene Anbieter und Schnittstellen zum Handy (Streaming, Fernbedienung). Die Android-Standard-Apps sind vermutlich obligatorisch: Browser, E-Mail, Kalender, YouTube, Gallery usw. Drumherum baut Google ein Netzwerk von Content-Anbietern, die passende Inhalte und Geschäftsmodelle bereitstellen. Falls etwas fehlt, wird es vermutlich binnen kurzer Zeit im Market erscheinen.

The coolest thing about Google TV is that we den’t even know what the coolest thing about it will be.

Als Paket sieht das beeindruckend aus. Ob es gut ist, dass Google nun auch ein heißes Eisen für diesen Markt schmiedet, mag jeder selbst für sich entscheiden. Außerdem vermute ich, dass viele Leute überhaupt nicht mit dem TV interagieren wollen — sie wollen vermutlich vielmehr einfach ihre Ruhe haben und in die Röhre gucken. Ob es dazu Studien gibt?

Weppy alias WebP

Kaum habe ich mich gestern (eher zufällig) ins Google-Imperium vorgewagt, rollt von dort aus schon wieder die nächste Sache an. Nachdem man vor einiger Zeit WebM vorgestellt hat — einen offenen, unter BSD-Lizenz stehenden Videocodec — hat man nun die statische Variante nachgeschoben. WebP stützt sich auf in WebM verwendetes Verfahren zur Kompression der Keyframes.

Ziel ist es, die Dateigröße von Bildern gegenüber JPEG noch einmal deutlich zu reduzieren, um Traffic zu reduzieren. Das soll natürlich ohne merklichen Qualitätsverlust von statten gehen. Das ist kein geringer Anspruch.

Nach einer Google-internen Untersuchung hat man bei gleicher Qualität in 1 Mio. Bildern durchschnittlich 39 % Volumen sparen können. Googles Beispielbildern nach macht WebP einen guten Eindruck. Unabhängige Untersuchungen kommen zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen. Wahrscheinlich ist es noch zu früh, dies abschließend bewerten zu wollen, da die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.

Interessanter ist die Frage, inwieweit sich ein von einem einzigen Player in den Markt geworfenes neues Format überhaupt durchsetzen kann, zumal man bislang praktisch nirgens Bedarf nach einer Innovation auf diesem Gebiet vernehmen konnte. Da hängt alles von den Browsern ab. Natürlich wird Chrome WebP in Kürze unterstützen und in WebKit dürfte es damit auch einfließen. Und damit in Apples Safari, Openmoko, Android, iPhone, Palm und bald auch Blackberry. Das ist der Weg über WebKit.

Aber es gibt einen zweiten: Da WebP die Bibliothek von WebM verwendet, dürften die Browser, die WebM unterstützen, bald auch das neue Grafikformat darstellen können. Dazu gehören dann Mozilla Firefox und Opera. Selbst für den Internet Explorer hat Microsoft angekündigt, ab Version 9 eine manuelle Nachinstallation zu ermöglichen. Ach ja, der Flashplayer wird das Format auch bald abspielen können.

Ich gehe davon aus, dass sich WebM auf breiter Front durchsetzen wird. Es ist technisch offenbar ausreichend, offen und YouTube wird darauf umgestellt. Mehr Argumente braucht man nicht. Damit und mit der Schützenhilfe über WebKit könnte WebP auf jeden Desktop und in jedes Smartphone kommen.

Es bleibt die Frage nach Googles Motivation. Sicher profitiert Google von eingesparter Bandbreite. Ich könnte mir vorstellen, dass Google sicher noch andere Funktionen einfallen, die man WebP angedeihen lässt wie z.B. für Suche, Indizierung und Tracking optimierte Metadaten und Ähnliches. Ich bin gespannt.

„Vielleicht wäre es einfacher, den Leuten erstmal zu erklären, dass sie ihre 12 Megapixel-JPEGs herunterrechnen sollen, bevor sie sie in 300 Pixel Breite in ihre Seite packen.“ (Autor vergessen, oder war ich es selbst?)

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