TV 2.0 (Update)

Das Thema hatte ich ja schon einmal auf dem Schirm, aber jetzt nimmt es langsam Fahrt auf. Nach SONY haben nun auch Samsung, Toshiba und Vizio Fernseher mit Android angekündigt. Die Geräte sollen wohl im Januar auf der CES vorgestellt werden.

Ich hoffe, dass man die Software zügig und regelmäßig aktualisiert. Das, was ich bislang gesehen hat, hatte deutlichen Nachholbedarf gegenüber Android 2.2 und machte eher den Eindruck einer Version 1.6. Aber gut, wenn die Plattform erst einmal steht und der Markt da ist, werden wohl auch Updates kommen. Schön wäre es auch, wenn die Gerätehersteller das Betriebssystem nicht modifizieren würden, wie es bei Handys der Fall ist, denn das erschwert (oder verhindert) die Installation generischer Updates.

TV 2.0

So langsam schieße ich mich ein: Es muss wieder Google herhalten. Ich würde gerne ja auch mal von anderen Innovatoren auf dem Massenmarkt berichten, aber entweder beschäftigen diese sich derzeit mit längst überfälligen Arbeiten, entwickeln vor sich hin, um irgendwann eine neue Browserversion herauszubringen, die außer, dass sie ein Quäntchen besser als die Vorgängerversion ist, nichts Neues bringt oder sie arbeiten im stillen Kämmerlein am möglichen Konkurrenzprodukt zum hier Vorgestellten.

Wer weiß.

Spätestens nachdem Metabox Ende der 90er Jahre damit anfing, ist sie ein Thema: Die Integration von TV und Internet in ein wohnzimmertaugliches Gerät. Viele hoffen seitdem auf Nerds, die wieder das Wohnzimmer betreten und auf Großeltern, die dank TV-Gerät nun auch ins Internet gehen. Nicht zuletzt für die Medien könnten sich damit neue Geschäftsfelder auftun.

Nun kommt wieder einmal Schwung in dieses Thema: Google TV mausert sich und jetzt ist recht scharf erkennbar, was es ist: Basis ist Android, das im TV-Gerät oder in einer SetTop-Box läuft. Dazu gibt es ein passendes User Interface, Streaming-, Recording- und Video-on-Demand-Apps für verschiedene Anbieter und Schnittstellen zum Handy (Streaming, Fernbedienung). Die Android-Standard-Apps sind vermutlich obligatorisch: Browser, E-Mail, Kalender, YouTube, Gallery usw. Drumherum baut Google ein Netzwerk von Content-Anbietern, die passende Inhalte und Geschäftsmodelle bereitstellen. Falls etwas fehlt, wird es vermutlich binnen kurzer Zeit im Market erscheinen.

The coolest thing about Google TV is that we den’t even know what the coolest thing about it will be.

Als Paket sieht das beeindruckend aus. Ob es gut ist, dass Google nun auch ein heißes Eisen für diesen Markt schmiedet, mag jeder selbst für sich entscheiden. Außerdem vermute ich, dass viele Leute überhaupt nicht mit dem TV interagieren wollen — sie wollen vermutlich vielmehr einfach ihre Ruhe haben und in die Röhre gucken. Ob es dazu Studien gibt?

Weppy alias WebP

Kaum habe ich mich gestern (eher zufällig) ins Google-Imperium vorgewagt, rollt von dort aus schon wieder die nächste Sache an. Nachdem man vor einiger Zeit WebM vorgestellt hat — einen offenen, unter BSD-Lizenz stehenden Videocodec — hat man nun die statische Variante nachgeschoben. WebP stützt sich auf in WebM verwendetes Verfahren zur Kompression der Keyframes.

Ziel ist es, die Dateigröße von Bildern gegenüber JPEG noch einmal deutlich zu reduzieren, um Traffic zu reduzieren. Das soll natürlich ohne merklichen Qualitätsverlust von statten gehen. Das ist kein geringer Anspruch.

Nach einer Google-internen Untersuchung hat man bei gleicher Qualität in 1 Mio. Bildern durchschnittlich 39 % Volumen sparen können. Googles Beispielbildern nach macht WebP einen guten Eindruck. Unabhängige Untersuchungen kommen zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen. Wahrscheinlich ist es noch zu früh, dies abschließend bewerten zu wollen, da die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.

Interessanter ist die Frage, inwieweit sich ein von einem einzigen Player in den Markt geworfenes neues Format überhaupt durchsetzen kann, zumal man bislang praktisch nirgens Bedarf nach einer Innovation auf diesem Gebiet vernehmen konnte. Da hängt alles von den Browsern ab. Natürlich wird Chrome WebP in Kürze unterstützen und in WebKit dürfte es damit auch einfließen. Und damit in Apples Safari, Openmoko, Android, iPhone, Palm und bald auch Blackberry. Das ist der Weg über WebKit.

Aber es gibt einen zweiten: Da WebP die Bibliothek von WebM verwendet, dürften die Browser, die WebM unterstützen, bald auch das neue Grafikformat darstellen können. Dazu gehören dann Mozilla Firefox und Opera. Selbst für den Internet Explorer hat Microsoft angekündigt, ab Version 9 eine manuelle Nachinstallation zu ermöglichen. Ach ja, der Flashplayer wird das Format auch bald abspielen können.

Ich gehe davon aus, dass sich WebM auf breiter Front durchsetzen wird. Es ist technisch offenbar ausreichend, offen und YouTube wird darauf umgestellt. Mehr Argumente braucht man nicht. Damit und mit der Schützenhilfe über WebKit könnte WebP auf jeden Desktop und in jedes Smartphone kommen.

Es bleibt die Frage nach Googles Motivation. Sicher profitiert Google von eingesparter Bandbreite. Ich könnte mir vorstellen, dass Google sicher noch andere Funktionen einfallen, die man WebP angedeihen lässt wie z.B. für Suche, Indizierung und Tracking optimierte Metadaten und Ähnliches. Ich bin gespannt.

„Vielleicht wäre es einfacher, den Leuten erstmal zu erklären, dass sie ihre 12 Megapixel-JPEGs herunterrechnen sollen, bevor sie sie in 300 Pixel Breite in ihre Seite packen.“ (Autor vergessen, oder war ich es selbst?)

Twitter nun drittgrößtes Social Network

Nach einem Bericht des Wall Street Journals hat Twitter letzten Monat Facebook in der Anzahl der Unique Visitors überholt und belegt demnach hinter Facebook und Windows Live Profile Platz drei:

  1. Facebook: 598 Mio. UVs (+54%)
  2. Windows Live Profile: 140 Mio. UVs (+10%)
  3. Twitter: 96 Mio. UVs (+76%)
  4. MySpace: 95 Mio. UVs (-17%)
  5. Google Orkut: 55 Mio. UVs (+-0%)
  • XING: 3 Mio. UVs (D/AT/CH) (?)

(UVs: Unique Visitors; in den Klammern ist die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat angegeben)

Ich war so frei und habe bei der Gelegenheit mal die Google Chart-API zur Visualisierung der obigen Zahlen benutzt (Vorjahreszahlen hellblau). Kryptisch, aber klasse. Folgendes Chart ist nur eingebettet und wird von Google bei jedem Aufruf live erzeugt:

Zugegebenermaßen war ich etwas verwundert über die Platzierung von Windows Live, da mir das bisher eigentlich kaum über den Weg gekommen ist. Eine Erklärung für die große Verbreitung ist, dass Microsoft darunter unter anderem auch den kostenlosen E-Mail-Dienst versteht. Vor dem Hintergrund relativieren sich die Zahlen etwas, denn Google könnte ja nun auch seine Googlemail-User (alleine 176 Mio. UVs in 12.2009) zu Orkut hinzuaddieren…

Um das hierzulande recht erfolgreiche Netz XING in Relation dazu zu stellen, habe ich mal dessen Zahlen nachgesehen.

Obwohl das Internet angeblich alle und jeden vereint und immer wieder Dinge wie die Globale Community in den Medien auftauchen, muss man feststellen, dass sich diese Aussage in den Social Networks so nicht pauschal wiederfindet. Sie orientieren sich an konventionellen Strukturen von Bekanntenkreisen, Firmen, Vereinen usw. und wachsen langsam auf dieser Basis. Besonders deutlich wird dies an Orkut, das seinen Nutzerschwerpunkt in Südamerika hat oder auch an Facebook, dessen Nutzer überproportional häufig aus den USA oder Westeuropa stammen.

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