TV 2.0

So langsam schieße ich mich ein: Es muss wieder Google herhalten. Ich würde gerne ja auch mal von anderen Innovatoren auf dem Massenmarkt berichten, aber entweder beschäftigen diese sich derzeit mit längst überfälligen Arbeiten, entwickeln vor sich hin, um irgendwann eine neue Browserversion herauszubringen, die außer, dass sie ein Quäntchen besser als die Vorgängerversion ist, nichts Neues bringt oder sie arbeiten im stillen Kämmerlein am möglichen Konkurrenzprodukt zum hier Vorgestellten.

Wer weiß.

Spätestens nachdem Metabox Ende der 90er Jahre damit anfing, ist sie ein Thema: Die Integration von TV und Internet in ein wohnzimmertaugliches Gerät. Viele hoffen seitdem auf Nerds, die wieder das Wohnzimmer betreten und auf Großeltern, die dank TV-Gerät nun auch ins Internet gehen. Nicht zuletzt für die Medien könnten sich damit neue Geschäftsfelder auftun.

Nun kommt wieder einmal Schwung in dieses Thema: Google TV mausert sich und jetzt ist recht scharf erkennbar, was es ist: Basis ist Android, das im TV-Gerät oder in einer SetTop-Box läuft. Dazu gibt es ein passendes User Interface, Streaming-, Recording- und Video-on-Demand-Apps für verschiedene Anbieter und Schnittstellen zum Handy (Streaming, Fernbedienung). Die Android-Standard-Apps sind vermutlich obligatorisch: Browser, E-Mail, Kalender, YouTube, Gallery usw. Drumherum baut Google ein Netzwerk von Content-Anbietern, die passende Inhalte und Geschäftsmodelle bereitstellen. Falls etwas fehlt, wird es vermutlich binnen kurzer Zeit im Market erscheinen.

The coolest thing about Google TV is that we den’t even know what the coolest thing about it will be.

Als Paket sieht das beeindruckend aus. Ob es gut ist, dass Google nun auch ein heißes Eisen für diesen Markt schmiedet, mag jeder selbst für sich entscheiden. Außerdem vermute ich, dass viele Leute überhaupt nicht mit dem TV interagieren wollen — sie wollen vermutlich vielmehr einfach ihre Ruhe haben und in die Röhre gucken. Ob es dazu Studien gibt?

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